Bildergalerie von JoernWerner

Landschaft und Natur

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Natur in der Antike

In der antiken griechischen Philosophie war Natur gleichzusetzen mit "Wesen" und "innerem Prinzip". Bei
den Naturphilosophen, Platon, den Stoikern und Neuplatonikern bezog sich der Begriff "Natur" auf die Wohlgeordnetheit der Welt als Ganzes.
Aristoteles wandte den Begriff dagegen vornehmlich auf die Einzeldinge an.
Natur ist bei ihm das, was
die Bestimmung und den Zweck des Seienden ausmacht. Sie betrifft sowohl die den Dingen innewohnende
Kraft  als auch den diesen zugehörigen Ort und die damit verbundene Bewegung. "Leichtes" steigt nach
oben, "Schweres" sinkt nach unten. Die Antike kannte jedoch auch bereits den Gegensatz von Natur und
Satzung wobei Satzung dasjenige meint, was vom Menschen gesetzt wurde.

Natur im Mittelalter

In der Scholastik wurde zwischen dem ewigen Schöpfergott, der "schaffenden Natur" (natura naturans) und
der endlichen, "erschaffenen Natur" (natura naturata) unterschieden. Beides sind "strukturierende
Prinzipien"

Natur in der Neuzeit

Als sich die Naturwissenschaft herauszubilden begann, wurde die Natur zumeist als die Gesamtheit
zweckfreier, ausgedehnter Körper angesehen, die den Naturgesetzen unterworfen sind. Die antike
Auffassung, dass die Natur das Wesen und die Entwicklung des Seienden bestimme, hielt sich lediglich
hinsichtlich der "Natur des Menschen", wurde jedoch in jüngerer Zeit immer wieder kontrovers
diskutiert. Der Begriff Natur bezog sich zunehmend auf das, was vom menschlichen Bewusstsein erforscht,
erkannt und beherrscht werden kann


Natur bezeichnet als Leitkategorie der westlichen Welt im Allgemeinen das, was nicht vom
Menschen geschaffen wurde,
im Gegensatz zur (vom Menschen geschaffenen) Kultur.


Ob der Mensch selbst zur Natur gehört oder nicht,
ist bereits nicht mehr gesellschaftlicher Konsens.

Im ersten Fall spricht man auch von außermenschlicher Natur,
um auszudrücken, dass Menschen ansonsten Teil der Natur sind,
wobei sich der Naturbegriff damit dem Begriff Umwelt annähert.


Naturereignisse, Naturerscheinungen sind unter anderem Regen oder Gewitter,

das Klima insgesamt. Dass auch diese natürlichen Phänomene längst von
der Kultur des Menschen beeinflusst sind, passt nicht zu dieser tradierten Auffassung.

Der menschliche Umgang mit der Natur wird immer häufiger zum Gegenstand einer Kritik an der Kultur,
an Gesellschaftssystemen oder Regierungen.


In unserem Sprachgebrauch vorhandene Wendungen wie „natürlich“
(selbstverständlich) oder „in der Natur der Sache
“ verweisen auf die elementare Bedeutung des Begriffs Natur.

Bereits in der Romantik war ein großes Interesse an der Natur –
in Verbindung mit einer gesteigerten Hinwendung zu Innerlichkeit und Gefühlen –
als Gegenbewegung zur Industrialisierung entstanden.


Heute stellen sich in dieser Hinsicht mehr denn je kritische Fragen:

ökologische Probleme wie Rohstoffverknappung und Umweltverschmutzung sind die Folgen
der Übernutzung endlicher und erneuerbarer natürlicher Ressourcen.
Ereignisse,
die der Mensch nicht beherrschen kann, wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche,
sind im menschlichen Maßstab Naturkatastrophen.

Die Forderung nach Eingriffen in das Naturgeschehen zum Schutz vor
solchen Naturgefahren steht im Gegensatz zu der genannten Kulturkritik.


Lange Zeit in der westlichen Kulturgeschichte galt Natur auch als „Feind“ des Menschen:
Sie war Angst einflößend, voller Gefahren und Bedrohungen.

Erst im Laufe der Aufklärungsepoche führte die vorgenannte Gegenbewegung zur
Verklärung der Natur in der Gesellschaft; sie wurde nun vor allem als Vorbild für Ästhetik
und Harmonie betrachtet.
Die Rolle des Menschen verlagerte sich von über zu neben der Natur
stehend.

Mit dem Aufkeimen der Umweltbewegung im 20. Jahrhundert bekam der Mensch immer mehr die Rolle einer
„Störgröße“
zugeschrieben.